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NZZ, 7. Juni 2019

ElCom schlägt Alarm

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) schlägt Alarm: Bereits in wenigen Jahren droht der Schweiz im Winterhalbjahr eine ernsthafte Unterversorgung mit Strom. Wie die NZZ berichtet, liegt gemäss ElCom-Präsident Carlo Schmid die einzige nachhaltige Lösung im Aufbau von mehr Eigenproduktion im Inland. Eine reine Importstrategie gefährdet die Versorgungssicherheit der Schweiz ernsthaft.  

«Man kann nicht davon ausgehen, dass die Schweiz zu jederzeit und unter allen Umständen ihren Bedarf im Winter decken kann», sagt Carlo Schmid, Präsident der ElCom, gegenüber der NZZ.

Anlässlich der Präsentation ihres Jahresberichts hat der Präsident der ELcom, Carlo Schmid, deutlich von der steigenden Importabhängigkeit gewarnt. Die Schweiz laufe auf eine Unterversorgung im Winter zu. Letztmals selbst decken konnte die Schweiz ihren Strombedarf im Winterhalbjahr vor 16 Jahren. Seither nahm der Import von Winterstrom stetig zu. Zwar soll gemäss einer Systemanalyse der Elcom die Versorgungssicherheit der Schweiz bis 2025 noch gesichert sein, doch danach wird es eng. Denn Deutschland wird spätestens 2022 die letzten AKW vom Netz nehmen und auch aus der Kohlekraft aussteigen. Für den Transport des Windstroms aus dem Norden Richtung Süddeutschland fehlen in absehbarer Zeit die notwendigen Stromautobahnen. Gleichzeitig ist bei uns nicht mit sinkendem sondern aufgrund von Elektromobilität und weiteren strombasierten Anwendungen mit steigendem Strombedarf zu rechnen. 

Strategische Reserve reicht nicht aus
Gemäss Schmid ist das Problem mittlerweile auf der ganzen Breite des politischen Spektrums anerkannt. Freilich unterscheiden sich die Rezepte, wie diesem drohenden Strommangel beizukommen ist. Die Empfehlung der ElCom, für einen angemessenen Anteil an Stromproduktion zu sorgen, ist technologieneutral. Aber die Behörde drängt auf eine rasche Lösung und empfiehlt, die vom Bundesrat vorgesehene «strategische Reserve» zur Vorbeugung einer Mangellage losgelöst von der Revision des Stromversorgungsgesetzes einzuführen. Die ElCom befürchtet, dass der Gesetzgebungsprozess zu lange dauern könnte. Damit würde letztlich aber nur Pflästerli-Politik betrieben, denn die Strategische Reserve kann nur punktuelle Engpässe durch Vorhaltung von Produktionskapazität überbrücken. Sie löst aber keine Investitionen in neue Kraftwerke oder in die Erweiterung neuer Anlagen aus. Mehr klimaneutraler Strom wird so nicht produziert. 

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