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Axpo
Thierry Burkart, Nationalrat FDP

«Anreize für mehr Energieeffizienz»

Thierry Burkart wurde bei den Wahlen 2015 in den Nationalrat gewählt. Nun hat ihn die FDP Aargau als Ständeratskandidaten nominiert.

Herr Burkart, die Stromversorgung ist für Wirtschaft und Gesellschaft zentral. Was soll künftig Priorität haben? 
Die beste Energie ist diejenige, die wir dank höherer Energieeffizienz nicht verbrauchen. Mit marktwirtschaftlichen Anreizen ist für mehr Energieeffizienz zu sorgen. Priorität haben für mich auch die einheimische Produktion und konstruktive Branchenlösungen.

Voraussichtlich steigt der Strombedarf durch Digitalisierung, Elektromobilität und Wärmepumpen weiter an. Wie deckt die Schweiz aus Ihrer Sicht in Zukunft ihren Strombedarf am besten?
Die Atomkraftwerke sollten wir so lange laufen lassen, wie sie sicher und wirtschaftlich sind. Zur Ablösung müssen wir auf die Forschung und Innovation setzen. Neue CO2-freie und ergiebige Produktionsformen, die verlässliche Bandenergie liefern, sind in der Forschung und durch entsprechende Investitionen zu erschliessen.

Heute ist die Schweizer Stromproduktion weitgehend CO2-frei. International ist das vorbildlich. Was muss die Schweiz tun, dass dies auch in Zukunft so bleibt?
Speicherung von erneuerbarer Energie ist das Schlüsselelement. Abzulehnen sind Subventionen in bereits ausgereifte und marktfähige Technologien wie Sonne und Wind. Förderungswürdig sind dagegen Forschung und später die Produktion von wirtschaftlich effizienten Energiespeicher-Technologien, die eine Ablösung der Kernenergie durch erneuerbare Energien mit starken Produktionsschwankungen (Solar, Wind bspw.) überhaupt erst sinnvoll machen und die für eine glaubwürdige Umsetzung der Energiewende noch schmerzlich fehlen.

Die Gefahr von grossflächigen, längerdauernden Stromausfällen in der Schweiz steigt mit jedem Jahr. Was muss die Politik tun, dass der Katastrophenfall nicht eintritt?
Es braucht eine höhere Energieeffizienz. Gesetzesanpassungen mit Blick auf die Versorgungssicherheit müssen das künftige Marktdesign miteinbeziehen und den nötigen Spielraum für Innovationen ermöglichen. Auf unnötige Regulierung sollte dagegen verzichtet werden.

Die Konkurrenzfähigkeit der weitgehend CO2-freien Wasserkraft wird durch hohe Abgaben belastet. Aus Klimasicht ist dies fragwürdig. Wie könnte man die Wasserkraft entlasten?
Der Anreiz für Investitionen muss erhöht werden und Neukonzessionierungen dürfen nicht unnötig erschwert werden.

Was sind ihre energiepolitischen Prioritäten für die neue Legislatur?
Für mich ist die Sicht als Vertreter des Kantons Aargau wichtig. Der Aargau soll auch in Zukunft DER Energiekanton bleiben; unsere saubere Energieversorgung ist mustergültig. Ohne Energie ist heute kein Leben und keine gesellschaftliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung mehr denkbar. Wir müssen unsere Energieversorgung CO2-arm und wirtschaftlich nachhaltig erneuern. Für mich hat der Erhalt der Versorgungssicherheit Vorrang gegenüber schönfärberischen und ineffizienten Experimenten. 

Strom und Energie haben auch eine persönliche Seite. Was ist Ihr Beitrag?
Für Ferien bleibe ich gerne auch in der Schweiz. Im Sommer gehe ich nach Schleswig-Holstein in die Ferien und nehme dazu den Zug.