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Martin Landolt
Martin Landolt, Nationalrat BDP

«Die wirtschaftlichen Chancen nutzen»

Martin Landolt ist seit zehn Jahren im Nationalrat. Im Herbst will der Präsident der BDP Schweiz den Glarner Sitz verteidigen.

Herr Landolt, voraussichtlich steigt der Strombedarf durch Digitalisierung, Elektromobilität und Wärmepumpen weiter an. Wie deckt die Schweiz aus Ihrer Sicht in Zukunft ihren Strombedarf am besten?
Eine konsequente Förderung des gesamten Mix von erneuerbaren Energien – und da gehört die Wasserkraft unbedingt dazu. Ebenso muss die Speicherfähigkeit von Strom weiterentwickelt werden. Es gewinnt, wer hier Innovationen bringt.

Was macht Ihnen in Bezug auf die künftige Stromversorgung besonders Sorgen?
Viele sinnvolle Initiativen werden durch Bürokratie unnötig erschwert. Die öffentliche Hand – insbesondere gewisse Bundesämter – müssen hier unbedingt ihr Schneckenhaus verlassen und beweglicher werden

Heute ist die Schweizer Stromproduktion weitgehend CO2-frei. International ist das vorbildlich. Was muss die Schweiz tun, dass dies auch in Zukunft so bleibt?
Wir müssen auf eine dezentrale Stromerzeugung bauen. Grosses Potential hat die Solarenergie in Kombination mit innovativen Speicherlösungen. Auf jedes Dach gehört ein Solarpanel. 

Martin Bäumle will für Atomkraftwerke eine maximale Laufzeit von 60 Jahren. Was ist Ihre Meinung dazu? 
Ein geordneter Atomausstieg definiert sich dadurch, dass keine neuen Atomkraftwerke mehr bewilligt werden und die bestehenden im Einsatz bleiben, solange sie sicher sind.

Skizzieren Sie kurz ihre energiepolitischen Prioritäten für die neue Legislatur. 
Wir müssen weg von ideologischen Forderungen und uns auf das Machbare konzentrieren. Im Machbaren liegen grosse wirtschaftliche Chancen. Diese gilt es zu packen. So haben wir beispielsweise das unbestrittene und offensichtliche Potenzial bei der Gebäudeeffizienz immer noch nicht genutzt. Und im Bereich ‚Sustainable Finance‘ liegt eine gigantische Chance für das Klima – und für unseren Finanzplatz.